(Un)gereimtes an Karneval

Narrenzeit ist ausgebrochen,

drum sei im Reim heut ausgesprochen,

was nicht vergessen werden darf und soll,

weil sonst zu schnell das Maß wird übervoll,

und wir uns dann verwundert die Augen reiben,

weil zu viele sich dem Hass und der Gewalt verschreiben.

 

Manche sind auf Fastnacht ganz versessen,

kann man da doch Not und Sorg‘ vergessen.

Andere können Fasching gar nicht leiden,

man solle mit Besserem sich die Zeit vertreiben.

 

Zu viele gibt  es, die nur das vermögen zu sehen,

wie es mit Geld und Karriere kann vorwärts gehen.

Auf der anderen Seite sind viele voll Kummer und Sorgen,

dass sie sich fürchten vor jedem neuen Morgen.

 

Gar manches in unserer Welt heut im Argen liegt,

kaum einer sich mehr in Sicherheit wiegt.

Dass zu viele Menschen böse Parolen brüllen,

das muss alle mit Scham und Sorge erfüllen.

In ihrem Reden greifen viele in die Vollen,

dass sie Menschen nicht akzeptieren, ausgrenzen, weghaben wollen.

 

Viele sagen, Gott tauge nichts für das, was uns bewegt, hienieden,

Gott tauge erst recht nicht im Ringen um Krieg und um den Frieden.

Vielmehr: Gott, Glaube und Religion seien vor allem schuld,

wenn Menschen verlieren die Geduld.

Dagegen bezogen Führer aller Religion

im letzten Jahr in Assisi Position.

Dort erklärten sie ganz offen,

und es lässt die Menschen hoffen,

einen heiligen Krieg, den gibt es nicht,

auch wenn das so manchem Denken und Tun widerspricht.

Gewalt anwenden in Gottes oder Allahs Namen,

dazu darf niemand sagen Ja oder Amen.

 

In der Kirche vor fünfhundert Jahren

gab es vieles zu beklagen.

Martin Luther pochte sehr,

dass Reformen müssten her.

Er machte vielen die Bibel offen,

doch leider, so seh‘n wir im Rückblick betroffen,

kam auch viel Unheil, kam Spaltung und Krieg,

für Jahrhunderte behielt die Feindschaft den Sieg.

Heute nach 500 Jahren

wollen wir es miteinander wagen,

und suchen auf dem Weg der Ökumene

das Verbindende, am Christsein Schöne.

 

Zum Schluss soll das auch nicht vergessen werden,

zu der Stadt Köln und ebenso des Karnevals Ehren.

Im zweiten Weltkrieg, in jenen Tagen

wurde die Stadt ganz in Trümmer zerschlagen.

Mit Galgenhumor sprach man von „Bombenstimmung“ in jenen Zeiten,

voller Angst und Wut; und ließ sich von der Sehnsucht nach neuer Zukunft leiten.

Eine bessere Zukunft ersehnen auch wir für unsere Welt von heute,

wo immer noch darben müssen viel zu viele Leute.

Mit seinem Motto zum Karneval dieses Jahr

setzt Köln dabei auf die Kinder wunderbar.

Denn Sprach- und Kulturbarrieren sie noch nicht kennen,

so spielen sie fröhlich miteinander, singen, tanzen und rennen.

Jesus meint dazu: Wer das Reich Gottes nicht annimmt als wär‘ er ein Kind,

der niemals, so steht’s in der Bibel, dazu einen Zugang find‘t.

((23.02.17; Bild: pixabay))

Über den Autor/ die Autorin

Pater Heinz-Willi Rivert SAC

Geboren 1960 in Rheinbach bei Bonn. Katholischer Priester in der Gemeinschaft der Pallottiner, Diplom in Theologie und in Psychologie. Ehemals in der Jugend-, Schul- und Pfarrseelsorge tätig, kurz nach der Wende von 1989 auch für drei Jahre im Bistum Erfurt. Seit 2014 tätig in der Hochschulseelsorge und in der Erwachsenenbildung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar bei Koblenz.

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